Retargeting Pixel
Ein unsichtbares Code-Fragment auf Websites, das Besucher markiert und ermöglicht, sie später mit gezielter Werbung erneut anzusprechen.
Definition
Ein Retargeting Pixel (auch Tracking Pixel oder Zählpixel genannt) ist ein kleines, unsichtbares Bild oder JavaScript-Code-Snippet, das in eine Website eingebettet wird. Sobald ein Nutzer die Seite besucht, wird der Pixel geladen und setzt einen Cookie im Browser des Besuchers. Dieser Cookie ermöglicht es Werbeplattformen wie Google Ads, LinkedIn oder Meta, den Nutzer später wiederzuerkennen und ihm gezielt Werbeanzeigen auszuspielen – selbst wenn er die ursprüngliche Website längst verlassen hat.
Warum ist Retargeting Pixel wichtig?
Im B2B-Marketing sind Kaufentscheidungen selten spontan. Potenzielle Kunden informieren sich oft über Wochen oder Monate, besuchen verschiedene Anbieter-Websites und vergleichen Lösungen. Ohne Retargeting Pixel gehen diese wertvollen Kontakte nach dem ersten Besuch häufig verloren. Der Pixel sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen im Gedächtnis bleibt.
Konkret bedeutet das: Ein IT-Entscheider besucht Ihre Website und liest einen Artikel über Cloud-Sicherheit. Er verlässt die Seite, ohne eine Anfrage zu stellen. Dank des Retargeting Pixels können Sie diesem Besucher in den folgenden Wochen gezielt Anzeigen zu Ihren Security-Lösungen auf LinkedIn oder anderen Plattformen ausspielen. Die Wahrscheinlichkeit einer späteren Conversion steigt erheblich.
Studien zeigen, dass Retargeting-Kampagnen eine bis zu 10-fach höhere Klickrate erzielen als klassische Display-Werbung. Für B2B-Unternehmen mit längeren Sales-Cycles ist der Pixel daher ein unverzichtbares Instrument, um potenzielle Kunden entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten.
Arten / Varianten
Standard-Pixel (Page View Pixel): Der klassische Pixel wird auf jeder Seite eingebunden und erfasst grundlegende Besuchsdaten. Er eignet sich für allgemeines Website-Retargeting.
Event-Pixel: Diese Variante trackt spezifische Nutzeraktionen wie Downloads, Formular-Absendungen oder Video-Views. Im B2B-Kontext besonders wertvoll, um Leads zu identifizieren, die bereits konkretes Interesse gezeigt haben.
Conversion-Pixel: Wird auf Danke-Seiten oder nach Kaufabschlüssen platziert, um den Erfolg von Kampagnen zu messen und Audiences von bereits konvertierten Nutzern auszuschließen.
Plattform-spezifische Pixel: Jede Werbeplattform bietet eigene Pixel-Lösungen an – etwa den Meta Pixel (früher Facebook Pixel), das LinkedIn Insight Tag oder den Google Ads Remarketing Tag. Für B2B-Kampagnen ist besonders der LinkedIn Insight Tag relevant, da er zusätzlich firmografische Daten wie Unternehmensgröße und Branche erfasst.
Best Practices
Datenschutzkonform implementieren: Integrieren Sie den Pixel erst nach ausdrücklicher Cookie-Einwilligung. Nutzen Sie ein Consent-Management-System und dokumentieren Sie die Verarbeitung in Ihrer Datenschutzerklärung gemäß DSGVO.
Zielgruppen segmentieren: Erstellen Sie differenzierte Audiences basierend auf besuchten Seiten und Aktionen. Ein Besucher der Pricing-Seite ist kaufbereiter als jemand, der nur den Blog gelesen hat – und sollte entsprechend andere Anzeigen sehen.
Frequency Capping einsetzen: Begrenzen Sie die Anzahl der Werbeeinblendungen pro Nutzer. Zu aggressives Retargeting wirkt aufdringlich und schadet Ihrer Markenwahrnehmung. Im B2B-Bereich sind 3-5 Impressions pro Woche oft optimal.
Burn-Pixel für Conversions nutzen: Schließen Sie Nutzer, die bereits konvertiert haben, von weiteren Retargeting-Kampagnen aus. So vermeiden Sie unnötige Werbeausgaben und verbessern die Nutzererfahrung.
Regelmäßig Audiences aktualisieren: Cookie-Laufzeiten und Audience-Zeiträume sollten zum Sales-Cycle passen. Für komplexe B2B-Produkte können 90-180 Tage sinnvoll sein, für einfachere Lösungen reichen oft 30 Tage.
Zusammenfassung
Der Retargeting Pixel ist ein unverzichtbares Werkzeug im digitalen B2B-Marketing, um Website-Besucher nicht an den Wettbewerb zu verlieren. Durch die datenschutzkonforme Implementierung verschiedener Pixel-Typen und eine intelligente Segmentierung können Unternehmen potenzielle Kunden über den gesamten – oft mehrmonatigen – Entscheidungsprozess hinweg gezielt ansprechen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Balance zwischen Präsenz und Zurückhaltung: Bleiben Sie sichtbar, ohne aufdringlich zu werden.